21.1.17

stilldinge



manchmal ist alles anders.
manchmal wirbelt das leben.
manchmal zittert die balance.
manchmal macht sich die contenance ganz klein.

das stillen ist eine sensible angelegenheit.
in vielerlei hinsicht.
eine wunderbare meist.
eine mühselige zuweilen.
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wir sind wieder in der bahn.
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die ganz handfesten dinge des lebens führen hier zumeist ein schattendasein. manchmal möchte man aber verzweifeln an der welt und allem. ich dieser tage am stillen. das ich so sehr mag. und das mir im grunde so leicht von der hand respektive brust geht. und so dachte ich :: vielleicht gibt es ja irgendwo eine junge mama, die sich gerade in einer vergleichbaren lage befindet, die in ihrer not das weltweite netz um hilfe befragt – und dann zufällig hier landet und sich irgendetwas für sie brauchbares mitnehmen kann von meinen notizen. schön wäre das. letzteres. deshalb. {für alle anderen ist das, was hier jetzt kommt, völlig uninteressant.}

die mücken und ich – wir sind ein eingespieltes stilltriumvirat. allen widrigkeiten zum trotz. wir sind gleich gut durchgestartet, und als wir die kleinere mücke nach einer woche kuschellebenidyll gleichsam von einer minute auf die andere auf die intensivstation loslassen mussten {genaueres dazu hier}, tat die milchpumpe das ihre, um für die produktion ihrer ration zu sorgen; die kleine mücke an der einen brust, parallel die pumpe an der anderen. ganze vier wochen lang so, tag und nacht, dann konnte die kleinere mücke langsam langsam auch wieder mit dem trinken beginnen. nach dem abschied von der sonde hatten wir zwei sehr entspannte stillmonate. die zeiten wählten die mücken selbst, mal trank der eine kleine herr hier, mal trank der andere kleine herr da, mal tranken beide gleichzeitig — nach lust und laune und hunger und sonstigen gegebenheiten, nach bedarf eben. die milch floss reichlich und es ging alles ganz wunderbar. bis sich die mücken gleich am beginn des noch ganz frischen jahres einen infekt zulegten; einen infekt, der sie so niederstreckte, dass wir das krankenhaus beziehen mussten, wo beide sauerstoff bekamen, medikamente, dauertropf. verkabelung und richtigkranksein mit allen unwohlheiten mückenseits, sorgen und schlaflosigkeit ulmaseits, kurzum :: eine stresssituation für uns alle drei. eine, aus der man einfach nur die flucht ergreifen möchte. und genau das tat nun die milch. bislang üppige fontänen begannen mit einem mal zu versiegen. ursächlich spielte da wohl einiges zusammen. neben meiner kurzfristigen schockstarre angesichts der lage insgesamt und der verkabelungsbedingten unmöglichkeit, beide kinder gleichzeitig anzulegen — schon mit einem allein war das schwierig genug —, hatte sich auch die nachfrage stark reduziert. wer krank ist, hat nun einmal nicht so viel hunger. und die basisversorgung hatte ja der dauertropf übernommen. wer krank ist, hat aber insbesondere auch nicht so viel kraft. die mücken plagten sich und wurden der unergiebigen saugerei alsbald überdrüssig. überflüssig zu erwähnen, dass der ärger darüber sie nicht gerade entspannter machte, die lautstarken unmutsbekundungen rüttelten ihrerseits an meinem nervengerüst. noch viel nachhaltiger wurde meine contenance aber dadurch in mitleidenschaft gezogen, dass ich, was mich und meine kinder betrifft, in stillfragen grundsätzlich kompromisslos bin. stur könnte man es auch nennen, da geb ich dem monsieur recht. ich –  will – meine – kinder – im – ersten – halben – jahr – vollstillen. punkt. mein credo. meine überzeugung. der hinweis, dass es auch alternativen gibt, ist da für mich keine beruhigung, sondern das reinste damoklesschwert. und das schwebte nun mit einem mal über uns. und setzte mich zusätzlich unter druck. {wobei die kleine mücke gleich klarstellte, dass das für sie überhaupt nicht in frage kommt :: während die kleinere mücke zunächst die klägliche ausbeute meiner abpumpversuche und dann die eingefrorenen vorräte aus dem fläschchen schlabberte, verweigerte der ältere bruder komplett. die idee allein, die brust gegen ein fläschchen auszutauschen, empfand er als derartigen affront, dass er vorübergehend sogar dem schnuller entsagte. lippen zusammenpressen, kopf wegdrehen.} so schnell kann es passieren und man findet sich in einem richtig richtig unguten teufelskreis wieder, lautet der allgemeine rat zur wiederherstellung der stillbalance doch :: ruhe und entspannung. haha. so geht zynismus. wie auch immer, irgendwie haben wir die krankenhauszeit überstanden. die kleinere mücke trank muttermilch-fläschchen, und als unsere vorräte zu ende waren, auch das ein oder andere industriepulverfläschchen – mit zunehmendem widerwillen allerdings; die kleine mücke dürfte meine stilleinstellung teilen und nuckelte hartnäckig weiter an der brust, verzweifelt schreiend zwar zuweilen, aber doch mit nachdruck dranbleibend. und ich hatte den hoffnungsstrohhalm, dass sich zu hause alles wieder einpendeln würde, mit beiden händen fest im griff.



ganz so leicht war es leider nicht. die milchmenge richtet sich nach der nachfrage, also anlegen, anlegen, anlegen, das bringt die produktion in gang, ich weiß. immerhin bin ich bei kind 3 und 4 ein alter stillhase. also machten wir das. — leichter gesagt als getan, wenn da nicht kommt, was man sich erhofft. saugfrust und verzweiflung griffen um sich, vom eingespielten stilltriumvirat waren wir zum erbärmlichen tränentrio abgestiegen.

und dann passierten zwei entscheidende dinge :: überall kann man nachlesen, dass eine sich leer anfühlende brust keinerlei aussagekraft bezüglich der vorhandenen milchmenge besitzt. klar war mir aber zugleich, dass sie das in meinem fall doch tat, weil die mücken einfach weniger erwischten. und dann bin ich irgendwo auf eine gute metapher gestoßen, der zufolge nach einigen wochen/monaten des stillens die brust vom boiler zum durchlauferhitzer wird. es wird nicht mehr so viel auf vorrat produziert; 80 % der milchmenge werden, las ich da, erst im stillvorgang selbst gebildet. für die zwerge ist das trinken nach dieser umstellung wesentlich mühsamer, als wenn sie ihre mäulchen nur unter die sturzbäche halten müssen, und es kann sie ordentlich unrund machen. klingt plausibel. – – es war und ist mir völlig egal, ob das so stimmt oder nicht. ich habe auch nicht weiter nachrecherchiert, fundiertheit fundiertheit sein lassen – in krisenzeiten kann ich sogar das. {dass sich die sache irgendwann einspielt, weiß ich natürlich, ich habe ja schon zwei kinder gestillt. der springende punkt ist der, dass das trinken für die kinder dadurch anders wird, ungewohnt und zunächst auch anstrengend. das war mir neu.} das einzige, was für mich daran wichtig war :: dieser zusammenhang hat mich unglaublich beruhigt. und dasselbe taten auch die worte einer pharmazeutin, der ich beim stillteekauf in der apotheke unsere misere schilderte; die gute frau hat vermutlich keinerlei ahnung davon, wie heilsam sie wirkten. »sie schaffen das«, meinte sie, »die milch wird wieder mehr. bis dahin ist es zwar nicht schön, wenn die kinder dauernd brüllen, aber es ist noch kein kind verhungert.« ... rückkehr der contenance :: check.



alles, was milchbildend wirkt {auch placebo nehme ich mit handkuss}, hat mich in der zeit zusätzlich beruhigt, hat mir vertrauen gegeben und die nötige kraft zum durchhalten (und als netter nebeneffekt schmecken die meisten meiner lieben stillbegleiter auch ganz formidabel) :: milchbildungstee nach ingeborg stadelmann, malzbier (alkoholfreies, klar), malzkaffee, bockshornkleekapseln, milchbildungskugeln, ...

für letztere hab ich ein feines rezept ::

milchbildungskugeln

250 gramm weizen, 150 gramm gerste und 100 gramm hafer fein mahlen und mit einer handvoll gehackter cashewkerne ohne fett in einem topf leicht anrösten. wenn sich ein feiner duft entwickelt, 150 gramm butter dazugeben und unter rühren schmelzen lassen. abschließend 150 gramm vollrohrzucker unterrühren und noch ein, zwei minuten miterwärmen. etwas wasser unterrühren – bei mir ein gläschen, die menge hängt aber wohl vom vermahlungsfeinheitsgrad ab –, bis sich eine trockene, formbare masse bildet. kugeln kugeln und im kühlschrank aufbewahren. täglich zwei bis drei stück schnabulieren.

{hier gibt es noch eine ganze reihe anderer milchbildungs- und stillkugelrezepte.}

und irgendwann dann ... rückkehr der milch :: check. sie kam nicht von einem tag auf den anderen zurück. aber sie kam wieder. die zeit bis dahin war furchtbar anstrengend. sie war furchtbar nervzehrend. sie war schlicht furchtbar. und ich war wirklich knapp daran, mein stillcredo über bord und die flinte ins korn zu werfen. aber wenn ich etwas wirklich gut kann, dann ist das durchhalten. und zur not radikal sein. so wanderten pumpe, industrienahrung und fläschchen zurück in den schrank. eine waage, die mich im krankenhaus malträtiert hatte, besitzen wir ohnedies nicht. die tage wurden ausschließlich dem wiederzurückfinden ins stillen gewidmet, keine termine, keine besuche, nichts. — es hat gedauert. länger, als ich gedacht hätte. wahrscheinlich fast eine woche. aber wir haben es ausgehalten, durchgestanden, gemeistert. (ich hätte auch noch etwas in der hinterhand gehabt :: das sondenstillen. dazu wäre ich übergegangen, wenn die mücken weiterhin so viel unlust am saugen gezeigt hätten. oder wenn sie wirklich hungern müssen sollten. (die vielen nassen windeln, die sie tagtäglich ablieferten, versprachen anderes.))

und jetzt ... ist alles wieder gut. und das ist mir wichtig festzuhalten für mich und für alle, die in einer ähnlich misslichen lage sind :: wenn die milch schon einmal da war, dann kommt sie auch wieder. darauf dürfen wir mamas vertrauen. das einzige, was wirklich wichtig ist :: nicht aufgeben. wir können das. und wie schwer es auch sein mag, es lohnt sich. so sehr. may the milk be with you.

Kommentare :

  1. Sehr gut!!! Du bist sehr tapfer und kannst stolz sein, auf Dich und Deine Mückchen und Deine ganze Familie! LG, von Annette ❤

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    1. ach, du liebe, vielen, vielen dank ♡

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  2. Ach Mensch, ich lese hier so gerne mit! Zwar ganz ohne eigene Kinder und mit anderem Weltenwanken (und oft noch weniger Contenance und Ruhe, als die, die Du hier ausstrahlt trotz allem ), aber so viel ist hier zu finden in Wort und Bild und dann mitzutragen in den eigenen Alltag, das macht Mut und lässt mich hier immer wieder mitlesen.

    Danke dafür, dass Du Deine Gedanken mitteilst!
    Und ich freue mich über die wiederhergestellte Bahn bei Euch.
    Alles Gute weiterhin Dir und Deinen Lieben. Grüße und Wintersonne aus dem Schwarzwald schickt

    Marlene

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    1. wie mich DAS freut, liebe marlene! d a n k e.

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  3. Wie schön zu hören, dass Ihr nach all den Krisen, dem beharrlichen Weitergehen des eingeschlagenen Weges endlich wieder in sicheres, ruhigeres Fahrwasser gekommen seid!
    (Ich hätte mir früher die Möglichkeit gewünscht, so tolle Tipps wie Deine zu lesen. Aber immerhin hatte ich eine "Stillgruppe" vor Ort. Gibt es sowas heute noch??)
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. hm, gute frage. ich weiß es nicht. wobei ich, glaube ich, nicht so sehr der gleichgesinntengruppenmensch bin.

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    2. Andrea, ich war auch in einer Stillgruppe, es gibt sie also noch! Und ich habe sie geliebt! Es ging dabei ums Stillen der Bedürfnisse von Müttern mit Babies und nicht nur ums Stillen. Und da waren ganz viele unglaublich beruhigende Worte der Hebamme dabei, die ich jetzt manchmal noch im Ohr habe! Aber ich verstehe auch, wenn man sich andere Wege sucht ;-)

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  4. Kind 3 empört sich auch vehement über den Versuch ihr Muttermilch aus der Flasche zu verabreichen. Egal welcher Sauger. Von Anrührmilch ganz zu schweigen. Sie mag auch immer noch weiter Stillen, aber mit 9 Monaten ist es inzwischen deutlich anstrengender für sie und führt sie manchmal zum Verzweifeln. Sie bekommt dennoch Speckfalten und ein rundes Gesicht. Auch die Mücken werden fleissig weiter wachsen, hoffentlich nun ohne Stolpersteine. LG, Ulrike

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    1. :) ich bin zuversichtlich. {und :: das füchslein wollte sich zweieinhalb jahre nicht von der brust trennen.}

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  5. Du hast alles richtig gemacht! Toll, deine Geduld und Beharrlichkeit! Stillen ist so schön und wertvoll, schade, dass so viele Frauen sich das madig machen lassen! Ich habe es so genossen und du gibst deinen Kindern soviel Gutes dabei. Bleib weiter stur! 👍🏻

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    1. bestimmt. und doch kann einen gerade das wissen um den wert des stillens auch wahnsinnig machen — es fühlt sich ja geradezu nach dem allerschlechtesten an, das man seinem kind antun kann, wenn man es nicht stillt; was wirklich einen unheimlichen druck erzeugt, wenn man möchte, aber es schlichtweg nicht geht, und sei es nur phasenweise. aber eben :: stillmut voran!

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  6. Liebe Ulma,

    ja, genauso ist das. Wir können das. Das funktioniert.

    Ich hab einmal das Kind einer Freundin im Kochtopf mit meiner Küchenwaage gewogen, damit sie auf die besorgten Nachfragen der israelischen Großfamilie "nimmt es auch ordentlich zu" mit Grammangaben kontern konnte und damit wieder den Kopf frei hatte, sich in Ruhe auf's Kind und das Stillen konzentrieren zu können.

    Also für alle jungen Mütter: sucht Euch Kochtöpfe, Apothekerinnen oder andere nette Menschen, die Euch ein "ihr schafft das" schenken... und dann: alles wird gut,
    lg Maren

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    1. haha, welch herrliches bild!

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  7. Wie schön, dass für Euch alles gut gegangen ist und Du hartnäckig geblieben bist. Das Foto von Euch vieren ist übrigens eines der tollsten, die ich in der letzten Zeit so sehen durfte. Sieht nach einer guten Zeit aus. : )
    Viele liebe Grüße! Julika

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    1. danke, liebe julika. ja, das war gerade zwischen den zwei krankenhauszeiten ...

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  8. Gut,dass ihr es geschafft habt, dran zu bleiben....mir hat damals Rivella ( Limonade aus der Schweiz mit Milchserum ) geholfen- war der Tipp einer alten Hebamme.
    Alles Gute für das Mückenwachstum ,wünscht Doro

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    1. wie spannend — danke für den tipp. (möchte ich unabhängig von milchbildungsfragen gerne mal probieren.)

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    2. du wirst sehr enttäuscht sein. aber ich habe jetzt wenigstens eine mission. rivella für ulma! habe die ehre. zu befehl.

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    3. haha, du bist die beste!

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  9. wie gut daß du hartnäckig warst, wie gut daß es wieder läuft!
    (und der letzte satz ist so toll.)

    lg von auch so einer überzeugungstäterin (leider ists schon soooo lange her.)

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    1. die überzeugung bleibt, das ist gut zu wissen.

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  10. Sollte ich noch einmal in den Genuss des Stillens kommen und dann in so eine schwierige Lage... ich merk mir das. Und werde an diese Powerfrau denken, die nicht aufgibt und die großartiges leistet. Und uns teilhaben lässt!
    Yeah!

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    1. ach, du, powerfrau, haha, naja, so würde ich mich nicht sehen. aber aufgeben, stimmt, das ist fürwahr nicht meins. danke, du liebe.

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  11. ach ulma, wie gut kenn' ich das. die umstände waren andere, und hier ist zu wenig platz, alles auszubreiten, aber: drei monate habe ich gekämpft und einfach unendlich stur nicht aufgegeben, bis ich endlich beim vollzeitstillen des frischlings angelangt war. es war schrecklich. und danach wurden zwei wunderbare stilljahre daraus. ich kenne diese not, diese verzweiflung nur allzu gut, während alle rundherum von einem "luxusproblem" sprechen. dieser teufelskreis, wenn anspannung zu neuer anspannung führt. und dann alles stockt. wie schön, dass ihr diese spirale durchbrechen konntet. panta rhei, du starkes muttertier.

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    1. drei monate!!! ich zücke alle hüte. wahnsinn.
      ich kann es kaum glauben, wie vielen es so geht. alles sieht immer so harmonisch-idyllisch-easy aus nach außen hin — und dann kommt hier und auf ig so viel an parallelerfahrungsrückmeldungen ... so ein gutes zurechtrücken des stillbildes. danke.

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  12. Liebe Ulma,
    was für ein Krimi. Ich freue mich sehr dass Ihr wieder im Lot seit. Die Photos von Euch sind soooo schön.
    Bei meinem vierten Sohn gab es beim Stillen Probleme und das wo wich doch bereits 3 Kinder gestillt hatte. Erst die von der Hebamme zu Rate gezogene Stillberaterin konnte uns helfen. Auch für mich war künstliche Babynahrung keine Alternative und ich bin froh, dass ich durchgehalten habe und es schlussendlich geklappt hat.
    herzlich Judika

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    1. unglaublich, wie verbreitet die schwierigkeiten sind; und dass man auch nach drei kindern noch nicht gefeit davor ist.

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  13. Liebe Ulma,
    ich habe drei Söhne gestillt und ich schwinge so sehr mit, wenn du von "Anstrengung" und "Stillcredo" und "Milchproduktion während des Trinkens" schreibst. Bei mir ist es nie geflossen wie ein Brünnlein und zu Zeiten hing der jeweils Kleine gefühlt dauernd an der Brust - Tag und Nacht. Zweifel nagten: wird er satt? Hat die Verwandtschaft doch recht, dass Fläschchen geben unumgänglich ist und auch viel praktischer und die Kinder schlafen dann besser durch ...? Ich und die Jungs sind dran geblieben und nach einer Zeit waren wir eingespielt und die Jungs hatten dicke Backen und ihre Nahrungsquelle immer ohne viel Umstand dabei. Ich bin heute über meine eigenes Durchhaltevermögen - manche würden sagen: Sturheit - sehr sehr froh! Es ist schon gut für etwas zu durchzuhalten, von dem ich überzeugt bin. Und es ist gut davon los zu lassen, wenn's halt einfach nicht geht. Wir schaffen das, wenn wir in uns hineinhören und unserem Weg vertrauen. Alles Liebe Euch tapferen Heldinnen und Helden des Alltags :-)

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    1. die unkenrufe von außen, die machen die sache wirklich zusätzlich unnötig schwer, verunsichern, befördern einen in eine position, von der aus man sich rechtfertigen zu müssen meint; für etwas, das einen doch selber gerade in zweifel stürzt oder gar in verzweiflung ... durchhalten ist wirklich eine gute sache. und ich auch loslassenkönnen, da hast du recht. und eine riesenherausforderung ist es zu erkennen, wann man vom einem zum anderen übergehen sollte.

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  14. Liebe Ulma,

    wie schön, dass ihr wieder daheim und gesund und im Stillfluss seid!

    Auch ich habe Zwillinge (ebenfalls Nr 3&4 und ebenfalls ein Zwillingsmausekind mit Herzchen) und stille sie noch immer...Die zwei sind jetzt 15 Monate alt. Diese Stillauf's und -ab's kenne ich nur zu gut und auch die Arbeit, Beharrlichkeit und die Tränen dahinter...
    So eine Doppelstillerei ist nochmal ein ganz anderes Kaliber aber ich freue mich, dass ich nach wie vor tausende Kalorien zu mir nehmen und unbehelligt an meiner Figur vorbei ziehen lassen kann.

    Ich geb dir mal ne literarische High - five für diese Wahnsinnsleistung, denn das ist es durchaus, sich durch dieses Dilemma durchzubeißen!!!

    Alles Liebe für euch und ich hoffe sehr, dass ihr von nun an Zuhause verweilen könnt und euch die Bakterienkolonien dieser Welt in Finden lassen!!

    Liebste Grüße
    Julia

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    1. spannend, wie sich die konstellationen gleichen. für mein herzkind habe ich zusätzlich um den tick mehr das bedürfnis, dem kleinen immunsystem etwas gutes zu tun. dass du deine zwerge schon 15 monate stillst, gibt meinem stillflow zusätzlich rückenwind. high-five retour!

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  15. Ich freue mich so sehr, dass die beiden kleinen Mücken wieder gesund zuhause sind. Und auch darüber, dass du so stur bist.
    Ich war in der glücklichen Lage, wirklich gar keine Probleme mit dem Stillen gehabt zu haben - weiß aber auch von vielen, bei denen das ganz anders und ein einziges Drama war. Dafür hat mein Sohn auch die Flasche komplett verweigert, egal was drin war. Ich war also bis zum kindgewählten Abstillen nie länger als 2 Stunden ohne Kind, was für mich aber auch völlig in Ordnung war.
    Ich bin mir sicher, auch deine Mücken wusten einfach, was das Beste für sie ist, so wie du das auch weißt. Es musste wieder gut werden.
    Herzlich, Katja

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    1. :) danke, liebe katja. ja, die machen das schon ganz richtig, dass sie das fläschchen verschmähen.

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  16. Eins hab ich mit Kind glernt: Der Grat zwischen konsequent und stur ist ein ganz ein schmaler. Überhaut kommt es meist drauf an von welcher Richtung man draufschaut. Ich meine du bist einfach unglaublich konsequent!

    Stilltrimvirat! Yes!!!

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    1. das klingt zumindest besser, reflektierter. der grat zum wahnsinn ist indes auch ein schmaler — insofern ... // danke für deine einschätzung :)

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  17. Ulma, ich ziehe den Hut vor dir und deiner Sturheit und freue mich unglaublich, dass ihr das geschafft habt! Ich war (bin) auch sehr hartnäckig, was das Stillen anbelangt und kenne Höhen und Tiefen und finde, dass man da viel mehr drüber reden und lesen sollte! Also ein Hoch auf deinen Beitrag! Selina

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    1. ich finde es nun auch. dabei habe ich wirklich gezögert, weil es zum anderen doch auch eine intime angelegenheit ist. einer der gründe für die weichzeichnerei?

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danke für deine zeit.