31.7.13

lavendelbrot




saunatemperaturen und brotbacken — eine mésalliance, eine freudvolle aber: frischbrotduft in der nachsonnenuntergangslaufrischluft. provenzalische lavendelerinnerungen, honigmundhöhlensummen. herr bertinet hat das rezept aufgeschrieben in seinem schönen brotbackbuch. ein wenig habe ich es abgeändert; nicht weil ich in einem anflug von größenwahn gedacht hätte, dass ich es besser wüsste, sondern schlicht weil es sich so ergab. vollkornmehlig statt weizen dinkel, weil ersterer nicht zur hand, salz und hefe pimalgedaumt, ein bisschen mehr honig, weil einfach nicht genau gelesen. jedenfalls dann so also:

300 g dinkelvollkornmehl mit 200 g weizenmehl und 1 teelöffel lavendelblüten vermengt und wie beim teigstreuseln etwa 15 g frische hefe eingerieben; 1 3/4 teelöffel salz eingerührt. von 350 g wasser einen schluck gemeinsam mit 40 g honig erwärmt, um den zu verflüssigen — gemeinsam mit dem übrigen wasser zum mehllavendelhefesalzgemisch gegeben und zu einem teig verarbeitet. (herr bertinet macht das mit einer technik, die er im buch genau erklärt, bei deren nachahmung mir geschick oder glück oder beide allerdings nicht auf der schulter, in den händen oder im teig saßen. um das bemehlen der arbeitsplatte kam ich letztlich nicht herum.)

und dann begann das warten (aufgefüllt mit ebenso temperaturstimmigem haubenhäkeln, dazu in bälde mehr): den guten herrn erst einmal für 45 minuten mehlbestaubt und tuchbedeckt in der teigschüssel gehen lassen. herausgehoben, die ränder kreisum zur mitte hin gefaltet, umgedreht und noch einmal dasselbe gehprozedere — gleiche umgebung, gleiche dauer — durchlaufen lassen. wieder raus, die kanten zur mitte hin einschlagend zu einem viereckigen laib geformt, aufs backblech gelegt, mit mehl bestaubt, wieder zugedeckt und noch einmal etwa eine stunde gehen und sich auf rund das doppelte volumen vergrößern lassen. das backrohr auf 250° C vorgeheizt.

mithilfe eines scharfen messers in den laib einmal ein um 45 grad gedrehtes tictactoefeld eingeritzt. die backofenwände mittels pflanzensprühflasche mit wasser bespritzt und den teigling ins heiße rohr geschoben. die temperatur auf 220° C reduziert und nach 10 minunten backzeit noch einmal heruntergedreht auf 200° C. nach weiteren 20 minuten vorsichtig angeklopft, hohlklang vernommen, daraus brotfertigkeit abgeleitet, den laib aus dem ofen genommen und abkühlen lassen.




lauabendlich verzehrempfehlungsgemäß mit schafkäse genossen — und morgenfrischluftig mit erdnussbutter. so sommer. vom appetit den guten allen nachbäckerinnen! eine aufrichtige gaumen- und herzensempfehlung.

28.7.13

skizzen zum sonntag :: meer | see.len.blick



......

die Welle nimmt die Welle an der Hand

......

 (aus: ingeborg bachmann: Erklär mir, Liebe)

26.7.13

das füchslein trägt ...



... für die freie zwölftelblickwildbahn und den dortigen federtierbegegnungsernstfall übend auf die zwei zu hause verbliebenen hühner jagd machend, in magentanebel getunkt, nebst hier schon gezeigtem streifenhörnchenshirt: ein sommerkeckes punktehöselein, hitzekleidsam und kraxelpraktikabel, genäht nach dem kleinfeinen schnittmuster von hier.



ansonsten ist an tragbarem die mylittleponybürste passé und dafür ganzkörpernässe sehr gefragt (und die schwimmflügel sind mittlerweile zum glück auch akzeptabel) — kleidungstechnisch ziemlich praktisch. für alle (vorausschauenden) hitzenäher/innen gibts bei made4BOYS jede menge inspiration.

im übrigen stapeln sich hier die blogpostgedanken und -bilder, aber der sommer ist zu verlockend. so vieles gemacht und gemocht; ich hoffe, die dinge finden zueinander, bevor ich den überblick verliere. und um der fröhlichkeit willen schicke ich euch mit einer so so lachenden empfehlung zu melanie garanin. und jetzt wieder raus richtung nass, sommer genießen, leben genießen.

24.7.13

halber zwölftelblick # 7



wegen sommers und der relativ deutlich höheren unkompliziertheit seiner zubringung auf dem land und kurzfristig geänderter pläne (haha, ich/wir und pläne!) muss ich meinen 12telblick im juli (mit einem zugegebenermaßen nur mäßig tränenden auge) ausfallen lassen; zur hälfte zumindest. denn die füchsleinfortbewegungsformentwicklungsberichterstattung hat sich auf dem umweg über das am teich wohnende und das füchslein zur jagd reizende federtier ungeplant mit eingeschlichen über das vergangene halbe jahr [meine bisherigen blicke: 12345 & 6]. und da gibt es tatsächlich neues zu vermelden: war am 30.6., beim posten meines junizwölftelblicks, noch der quadrupede der füchsleinmobilitätsvorzugsmodus und tat die füchsleinmama dem füchsleinpapa an diesem abend ihre überzeugung kund, dass das mit ihrem kind und dem gehen bis zur magischen (weil landläufig als obergrenze der »normalen« bipedieentwicklung angesetzen) 18monatsmarke wohl nichts werden würde, erhob sich eben dieses füchslein tags darauf auf seine füßchen und marschierte fortan dahin, als seien hände eine schlicht undenkbare fortbewegungsunterstützungsmöglichkeit. wacklig anfangs noch, aber von tag zu tag sicherer, richtig geländegängig mittlerweile sogar. noch sind sie ganz weich und glatt, die fuchssohlen, und doch: eine kleine hornhautahnung meine ich schon ertastet zu haben ...

sommergenüssliche grüße von fröhlich bipeden!

22.7.13

orientalisches gemüsefein in ke°pa | 08



eine glücksmomenthafte mhhhhhherei in form eines persisch-indischen aromastelldicheins haben meine mama und ich fabriziert: bepflaumten gemüseeintopf mit fladenbrot aka [oder vielleicht eher elka (even less known as)] koresht-e-aloo bokhara mit chapati.

das rezept für ersteren, sandinseldurchsetzt-ozeantürkis umschalt von ke°pa | 08*, stammt von hier — wenn ein blog schon feines gemüse heißt, stimmt mich das per se frohgemut; wenn ein nachgekochtes gericht dann auch noch so schmeckt, ... uiuiui, zwitschernd jubilieren. anstelle des weißweins haben wir füchsleinkompatibel wasser genommen und auch beim zimt haben wir etwas gespart und uns mit der halben menge begnügt. dadurch wohl mangelte es dem gemüsefein am ende ein wenig an würze, für die zu meiner großen cuminverliebtheitsfreude eine gute prise kreuzkümmel erfolgreich in die eintopfbresche sprang. und joghurt, wie im rezept angegeben, wäre gewiss deliziös dazu gewesen, aber wer selber gern im kühlschrank säße, ist offenkundig leider geneigt, es ebendort zu vergessen.

für das fladenbrot 450 gramm weizenmehl mit 1 teelöffel salz und etwa einem viertelliter wasser zu einem glatten teig verarbeiten, in zehn bis zwölf stücke teilen, zu fladen ausrollen und in der pfanne in olivenöl von beiden seiten goldbraun backen.

zum bei jedem löffel mmmmmen gut. zum immerwiedermachen, zum immerwiederessen. bestimmt schon bald.

*) ke°pa — keramik von meinem papa. schon gezeigt hier und hier und hier und hier und hier und hier, außerdem hier und von anfang an verstreut versteckt. mehr kommt.

20.7.13

eine flog über das tennengebirge



fliegen lassen, auf dass ihr flügel wachsen. mein hübschmadamchen, hoch oben in der luft. was dieses mädel in anspannung versetzen kann, muss erst erfunden werden. (stimmt nicht, sagt sie: lateinschularbeiten; aber die gibts ja nicht mehr in der neuen schule.) so cool, meine große kleine. hat sie bestimmt von mir. immerhin bin ich schon einmal von einem zehndreimeterbrett gesprungen. und vom eiffelturm hab ich auch schon hinuntergeschaut, mit ein paar schritten sicherheitsabstand halt, weil man ja nie weiß, ob da konstruktiv auch alles in ordnung ist oder die schwerkraftfrequenz vielleicht plötzlich ausschlägt und mich übers geländer zieht oder so. eben.


dem himmel dank ich für dieses mädchen und für sein heilgelandetsein. und ihn selber, den himmel nämlich, schick ich zur welt- und überhaupt raumfee.



einen wundervollen samstag. mit beiden füßen fest in den wolken.

18.7.13

pain au pespomoz



ein neuer brotzusalatfavorit: variation in weizen — baguettegeformtes weißbrot nach bewährtem rezept, gefüllt in den farben italiens, mit pesto genovese, pomodori secchi und mozzarella: pespomoz.

für die franzitalienische liaison neben dem salatteller: 1200 gramm weizenmehl mit 3 teelöffeln salz mischen und einen kräftigen schluck guten olivenöls eingluckern. einen hefewürfel in 750 ml lauwarmem wasser auflösen und alles zu einer gemschmeidigen seidenglanzteigkugel verarbeiten. nach einer stunde tuchbedeckten gehens an einem zugfreien ort den teig — ohne ihn noch einmal zu kneten, der fluffigkeit wegen! —in acht gleich große stücke teilen. teigling für teigling zu einem etwa zehn zentimenter breiten und backblechlangen streifen ziehen. innerhalb eines schmalen teigrahmens mit etwas pesto bestreichen und ein paar eigelegten tomaten und mozzarellawürfeln belegen [gesamtbedarf: etwa 150 gramm pesto, 2 gläser pomodori secchi, 300 gramm mozzarella]. anfang und ende ein wenig einschlagen, einander gegenüber liegende längsteigränder zusammendrücken und teigschlauch — idealerweise fremdhändig unterstützt — zur spirale zwirbeln. eieiei-alliterarisch mit der verquirlten dotter eines eis einpinseln und in auf 200°C vorgeheizter umluft etwa 20 minuten backen.

ganz köstlich dazu fanden wir salat aus paprika, gurken, tomaten, oliven und kartoffeln. und zur aufplusterung der französischen komponente und für die lebensleichtigkeit überhaupt noch ein wenig musik (via spotify - ist das unpraktisch für euch? schön aussehen tuts jedenfalls nicht ...).



und weils so nett ist, hier noch die waldversion: klick. auf ins grüne. auf in den sommer.

16.7.13

und immer weiter kirsch|en



auf kirschgedicht folgt kirschblüte folgt kirschtraurigkeit folgt kirschenessen folgt kirschtanz — noch einmal ein video. handzeichnend stelle ich mich an hinter ernst jandl und bekirschige mich vor jedem kirschgewächs.



kira kirsch :: waltz for nobody — bildsprünge zwar, aber das ... fließen nur. atem anhalten.

fünf perlen schon zählt die kirschkernkette, absichtslos gewachsen. ob sie handgelenklang wird? unverhofftheit, compañera, du gute.

14.7.13

dimanche | sonntag



unverhoffte geschenkepostfreude, international, geflattert durch den sommerdunst — eine der schönsten blogbegleiterscheinungen. lieben dank an svea nach paris (1), an sonja österreichintern (2) und noch einmal an sonja, nun aber nach deutschland (3).

u n d:
an sonntagsskizzenstatt. dimanche von patrick doyon: klick. mehr darüber hier. guten sonntag.

11.7.13

gefallen gefunden






ori junpei :: onions and potatoes


der sommer legt sich gerade über die zeit für die ausschaltbare welt und lässt dem hierwerken und mehr noch dem einfachnurumsehen nur vereinzelt höchstens nasenspaltenbreite zwischenräume (ähm, ja, nasenspalten, so nasobēmische sind das vermutlich, ihr wisst schon). umso glücklicher, wenn im falle ihres dochauftauchens solch feines japanisches strichundliniengemüse die sommeraugen über sich stolpern und eine zeitlang bleiben wollen lässt und der zeichenhand vor der kahlgeräumten wand einen schattenwink gibt, was als nächstes kommen könnte, papieren. und als dazu tanzender floh im wunschohr: der, in 0.05 mm für die luchsaugen, fuchsaugen, mucksaugen, juxaugen, cruxaugen. (jetzt hilft kein drüberhinwegtäuschversuch mehr: das denken eindeutig im ferienmodus. die tage perlen langsamer hier, der blogpostbastelatem geht in ruhigerem takt und findet sich lebensaugenblickpassender im sporadischen, we'll see. was kommt, kommt; oder nicht.)

9.7.13

tapiokapudding



als tapirzeichnerin kochend klangverwandtes ausprobieren: tapioka.
als perlhuhnzeichnerin (kalender coming up) umso mehr. perlgeformte maniokstärke – sago. sag: o! unbedingt, gerne: o. und: o o o. sehr fein.

so gehts:
(in aller unschärfe – das rätsel des webkompatiblen speicherns von strichzeichnungen und vor allem text ... falls die lesbarkeit allzu unzureichend ist, bitte einfach bescheid sagen, dann gibts das rezept noch einmal direkt reingetippt.)

6.7.13

gemacht und gemocht . zum beispiel



.: kurios-sommerlaunig ginger ale brauen à la matimuk und zufrieden schluckfürschluckgenießen (eine spur weniger süß vielleicht lieber, aber ich bin da nicht repräsentativ) 

.: den blick in # 8e9c9e tunken und im kopf ein stück wand

.: stolz nasenspitzenvoll orangenduft saugen: die vor vielen wochen selbst gesiedete (ah, wie ich solche verben mag, weil: o d e r: gesottene) seife

.: glasbeperltes ke°pa | 07 mit gedankenbäuschen befüllen

.: nachdenken über die ideale selberstrickjacke und die entscheidung verschieben

.: buchstaben sch:l:ichten

.: wolken ziehen lassen

.: lindensamentürme im wind rascheln hören

.: nova hin- und zurückblättern und kreislesen und dabei erinnert werden an eine meiner großen studienanfangszeitikonen: eva hesse

[pic: via]
zum beispiel. und tausend anderes. wochenendbaumeln, fuß- und seelenwärts.

4.7.13

mit kuchen ist gut kirschenessen



nach dem dankbaren staunen über die kirschblüte und der kirsch-traurigkeit nun die freude über die süßen roten früchte. mich auf dem markt durchgekostet, die kerne im mund behalten und dann radelnd in wechselnden abständen weitgespuckt, auf dass sie – einer da einer dort – an allen stadtecken sprießen, die kirschbäume. zu hause die ohren behängt, erinnert daran, dass mit kirschen gut kuchen- und mit kuchen gut kirschenessen ist, und das noch eingewinterte lieblingsobstkuchenrezept hervorgeholt. und kein stündchen später schon krischkuchentürme gebaut
die angeschaut
das oberste stück heruntergeklaut
im mund verstaut
freudig gekaut
zufrieden geschnalzt, nicht zu laut.


so bäckt er sich:
350 ml buttermilch, 120 ml reissirup, 60 ml agavendicksaft,* eine messerspitze vanille und 4 eier sehr schaumig rühren, 90 ml rapsöl einfließen lassen und unterrühren. 250 g dinkelmehl und 250 g dinkelvollkornmehl mit 1 päckchen weinsteinbackpulver mischen und vorsichtig einrühren. den teig auf einem eingefetteten backblech verteilen und mit 1/2 kg kirschen belegen. im vorgeheizten backrohr bei 170° etwa 25 minuten lang backen.

*) so ist er eher auf der unsüßen seite, auf der ich das kuchenliebende füchslein gern noch ein wenig halten möchte; für mehr süße einfach mehr davon; oder statt reis und agave 220 g vom normalen zucker.

natürlich auch ganz fein für anderes obst. wer noch ein bisschen mehr saftigkeit mag, klackst dem aufgetellterten kuchen ein löffelchen sahne auf (oder zwei oder drei). sommer, du schmeckst mir. so.

post coctum: kirschend gerade so passend entdeckt: matimuksches kirschgebäum.

2.7.13

lichtschimmerhäuschen-diy



heute bin ich zu gast bei ms fisher, die vor kurzem ihr baby bekommen hat. herzlichen glückwunsch, liebe sindy, und alles liebe für euch! als gastgeschenk habe ich eine kleine anleitung für eine lampe für mamababyanfangsnächte mitgebracht: ein sanft schummerndes lichtschimmerhäuschen. viel freude beim nachbauen – am dienstag oder sonst wann. (macht sich übrigens auch ganz ohne baby sehr fein.)