30.3.15

eine halbe million



























500.454 zeigt der seitenaufrufzähler im augenblick des schreibens. über eine halbe million mal wurde mein blog seit seinem bestehen angeklickt. eine zahl, die sich in die unfassbarkeit der dimensionen einfügt, die mich dieser tage und wochen in ganz besonderem maß umtreibt.

ich möchte euch danke sagen. dafür und noch viel mehr für das, was aus den worten entstanden ist, die ihr knapp 10.000 mal hiergelassen habt. das gefühl des eingebettetseins in ein virtuelles netz aus wertvollen menschen. freundschaftlichkeit und freundschaft mit einer handvoll sogar.

nachgedacht habe ich, was ich euch geben könnte dafür – und keine idee hat mich ganz glücklich gemacht, weil es immer nur ein paar wenige sein können, bei denen etwa ein losgeschenk anklopft. und also ist mein dankeschön das naheliegendste, das, wofür ihr mir hier von klick zu klick ein kleines stück eurer lebenszeit leiht :: ein ganz normaler beitrag.




mit einem rezept für bulletproof-matcha für die energie

(mir viel lieber als bulletproof-coffee. und eigentlich auch nicht bulletproof, weil ohne butter.)

:

1 tl matcha (ich nehme den von ringanain ein wenig kaltem wasser anrühren
1 tl kokosöl dazugeben
mit warmem wasser auffüllen und im mixer versprudeln

optional dazu köstlich :: vanille und zimt

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mit dem blick auf eine porzellanfeder, wie sie mein papa zum ende hin hauchfein modelliert hat;
für das feiern der ästhetik der dinge

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mit einem lied (danke, liebe eni) für das achtsame ohrenspitzen

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mit einer in ihrer zartlinigkeit beinahe unsichtbaren füchsleinzeichnung auf dem küchentischplattenrand 
für den blick auf die liebheit der klein(igkeit)en 

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und einfach mit guten wünschen für euch
heute und überhaupt

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24.3.15

das füchslein trägt ...


... nebst haube von da (strickmuster kommt, sobald die schon ein wenig nach barfüßigkeit riechende witterung es wieder passender erscheinen lässt) eine tanzambitionen wachküssende und darüber hinaus mit einem wimpernschlag zum absoluten kleidungsliebling avancierte feincord-latzhose aka feuerwehrhose (glücklicherweise sind die in allen kinderbüchern immer blau, wodurch die erste große enttäuschung angesichts des nichtrotseins abgefedert werden konnte) nach eigenem, schulterselbstbeklopfungveranlassendem schnittmuster (im übrigen finde ich in diesem augenblick die frage nach der flexion bei artikellosen folgen von adjektiven interessant) und hiphoppelt damit zum creadienstag, mykidwears, cordcordcord und made4BOYS. yo!

22.3.15

skizzen zum sonntag :: jetzt







Man sollte die Chance nicht verpassen, zu lieben, was einem in den Weg kommt.

(ilse aichinger, 1950)



marginalie :: falls noch jemand das neue ringana-magazin kostenlos zugesandt bekommen möchte (erscheint mitte april) – mail an mich (via klick aufs brieflein in der sidebar links) und es kommt geflattert.

19.3.15

häppchenweise




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häppchenweise
nähern wir uns dem alltag an
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mit einem lied am anfang
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und wimperngedanken
es gibt so tage, da weiß man schon in der früh, dass sie lieber ungetuscht bleiben.
und es gibt solche, da kann mans zumindest wagen.
wählerisch wie ich bin in sachen kosmetik, stellt diese hier für mich eine gute option dar.
sieht natürlich aus und ist es auch.
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 mit einem film – ansehen unbedingt ungetuscht
irgendwie scheint es immer gleich zu sein als kind, egal wie alt.
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selekkt hat mich eingeladen, meine zehn lieblingsprodukte aufzulisten.
ich fühle mich geehrt. feine sachen sind das.
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juniqe würde mir ein bild schenken, sagen sie. nett von denen.
aber ich kann mich nicht entscheiden.
ich mag das hier ziemlich. aber auch das. und das.
hm, was meint ihr?
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ich hab mir damals auf euren tipp hin übrigens diese schuhe gekauft.
war eine gute entscheidung. deshalb. nur sind sie jetzt viel günstiger.
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auch eine gute entscheidung war dieses buch. stephanie hat es empfohlen.
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über eine sofalösung denke ich auch wieder einmal nach.
ein ähnliches wie aurélie hatten wir schon einmal. und irgendwie komme ich
beim gedanklichen durchblättern der sofamöglichkeiten immer wieder darauf zurück.
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pizza bianca mit feige und rosmarin hab ich julie nachgebacken.
und am nächsten tag gleich noch einmal. deliziös.
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und goldmilch nach raumfeenart getrunken. tag für tag.
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eine (halb) nachgenähte schürze
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und löffel schnitzen will ich jetzt wieder
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im übrigen halte ich viel vom schlafen
gerne am stück, häppchenlos
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17.3.15

die geschichte von der butterdose





es muss ziemlich genau 17 jahre her sein, dass mir im zuge einer unserer ganz frühen gemeinsamen siedlereien meine butterdose abhanden gekommen ist. genauer gesagt, war es der monsieur, der sie verloren hat. meine ich zumindest. und ich meine sogar, dass er das mit absicht getan hat, den sie beherbergenden umzugskarton kurzerhand irgendwo zwischen a und b verschwinden hat lassen, hatte er meine butterdose doch immer mit einem gewissen hohn im blick beäugt – daran erinnere ich mich aufs genaueste. seit ziemlich genau 17 jahren nehme ich ihm das in wechselnden graden übel. gut, es handelte sich (möglicherweise) um ein wenig ansehnliches exemplar aus billigem und obendrein vermutlich sogar gesundheitsschädlichem kunststoff. aber es war die erste von meinem eigenen selbstverdienten nachhilfelehrerinnengeld gekaufte butterdose meines lebens. seit ziemlich genau 17 jahren finde ich geschätzte zweimal monatlich eine für meinen geschmack über die maßen passende gelegenheit, beim ausdemkühlschrankfischen und aufdentischlegen der seither im lumpengewand ihrer zerfledderten verkaufsverpackung daherkommenden butter zu monieren, dass ich solchermaßen »russischer« butteraufdecklösung gar nicht zugetan und der monsieur ein ungustl sei, wo er sie doch ursächlich zu verantworten habe mit seiner himmelschreienden butterdosenübersiedlungsunachtsamkeit. der indes zeigt in der chose weder schuldeinsicht noch empathie, sodass das butterdosenthema über die jahre fernab jeder partnerschaftlichen interessensteilung ein – völlig zu unrecht (denn: siehe verantwortlichkeit) – ganz und gar und allem anschein nach ausschließlich mich involvierendes geblieben ist.

in den letzten ziemlich genau 17 jahren habe ich mindestens eine stunde im jahr mit der suche nach einem butterdosenersatz verbracht, was in summe ziemlich genau 17 lebenszeitstunden butterdosenersatzsuche ausmacht, was seinerseits der durchschnittlichen wachstundenanzahl eines tages gleichkommt. notabene :: ein ganzer lebenstag butterdosenersatzsuche! wie viel ich auch gesucht und geblättert und geklickt und geschaut habe – nichts brauchbares dabei. zu plastik, zu massiv, zu rustikal, zu dekorativ, zu voluminös, zu ... butterdose.

nach ziemlich genau 17 jahren habe ich also den entschluss gefasst, die suchflinte ins korn und mich selbst ins butterdosenherstellungszeug zu werfen. kurzerhand und stundenlang aus einem stück porzellan paperclay einen rundeckigen kubus gebaut, von papa brennen und innen transparent glasieren, von einem tischlerfreund ein passendes zirbenholzbrettchen dazutischlern lassen. ein gemeinschaftswerk. sozusagen. sehr präzise, was den papa- und den tischlerteil betrifft, sehr ungelenk der rest. windschief und uneben und zu klein für ein butterstück. (papa musste ziemlich schmunzeln bei ihrem anblick.) aber immerhin nichts von dem, was die gesichteten an aussetzbarem an sich hatten. und damit ausreichend. fürs erste. für mindestens die nächsten 17 jahre. ziemlich genau.



linked with: creadienstag

6.3.15

+


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wir denken viel über den tod nach und übers sterben. und auch übers leben. wir schreiben sätze auf. wir mögen »Ente, Tod und Tulpe« (es stand in papas regal ...). und kaffee aus ke°pa* und den käsekuchen und das lied. wir sind erschöpft. und wir sind dankbar für die vielen lieben gesten und worte, digital und analog. und dazwischen blinzelt der frühling herein.

*) keramik von meinem papa; mehr davon hier.

20.2.15

p a p a



...

Er schaute mich ernsthaft an und legte seine Arme um meinen Hals. Er sagte zu mir: »Ich bin froh, dass du gefunden hast, was an deiner Maschine fehlte. Du wirst nach Hause zurückkehren können ... Auch ich werde heute nach Hause zurückkehren ...«
Dann schwermütig: »Das ist viel weiter ... Das ist viel schwieriger ...«
Ich fühlte wohl, dass etwas Außergewöhnliches vorging. Ich schloss ihn fest in die Arme wie ein kleines Kind, und doch schien es mir, als stürzte er senkrecht in einen Abgrund, ohne dass ich imstande war, ihn zurückzuhalten ...
Sein Blick war ernst; er verlor sich in weiter Ferne. Und er lächelte schwermütig.
Ich wartete lange. Ich fühlte, dass er sich mehr und mehr erwärmte:
»Kleines Kerlchen, du hast Angst gehabt ...«
Er hatte Angst gehabt, ganz gewiss! Aber er lachte sanft:
»Ich werde heute Abend noch viel mehr Angst haben ...«
Wieder lief es mir eisig über den Rücken bei dem Gefühl des Unabwendbaren. Dieses Lachen nie mehr zu hören — ich begriff, dass ich den Gedanken nicht ertrug.
»Kleines Kerlchen, ich will dich noch lachen hören ...«
Aber er sagte zu mir:
»Was wichtig ist, sieht man nicht ... Das ist wie mit der Blume. Wenn du eine Blume liebst, die auf einem Stern wohnt, so ist es süß, bei Nacht den Himmel zu betrachten. Alle Sterne sind voll Blumen.«
»Gewiss ...«
»Du wirst in der Nacht die Sterne anschauen. Mein Zuhause ist zu klein, um dir zeigen zu können, wo es umgeht. Es ist besser so. Mein Stern wird für dich einer der Sterne sein. Dann wirst du alle Sterne gern anschauen ... Alle werden sie deine Freunde sein. Und dann werde ich dir ein Geschenk machen ...«
Er lachte noch.
»Ach! kleines Kerlchen, kleines Kerlchen! Ich höre dieses Lachen so gern!«
»Gerade das wird mein Geschenk sein ...«
»Was willst du sagen?«
»Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen. Für die einen, die reisen, sind die Sterne Führer. Für andere sind sie nichts als kleine Lichter. Für wieder andere, die Gelehrten, sind sie Probleme. Aber alle diese Sterne schweigen. Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat ...«
»Was willst du sagen?«
»Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!«
Und er lachte wieder.
»Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so, zum Vergnügen ... Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst. Dann wirst du ihnen sagen: 'Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen!' Und sie werden dich für verrückt halten. Ich werde dir einen hübschen Streich gespielt haben ...«
Und er lachte wieder.

...
(leicht verändert aus Antoine de Saint-Exupéry :: Der Kleine Prinz)


mein papa. mein lieber, lieber papa. ich bin so traurig.

ich danke euch fürs gedankenschicken. 
er hat sich immer gefreut über eure anerkennenden worte zu seinen arbeiten.

»ich hätte noch so viel gehabt, das ich aus dem handgelenk schütteln hätte wollen.«
— einer seiner letzten sätze zu mir.
papa, ich versuche weiterzutragen, weiterzuschütteln, was ich kann.
sobald sie weniger zittrig sind, die hände; das herz.