20.2.15

p a p a



...

Er schaute mich ernsthaft an und legte seine Arme um meinen Hals. Er sagte zu mir: »Ich bin froh, dass du gefunden hast, was an deiner Maschine fehlte. Du wirst nach Hause zurückkehren können ... Auch ich werde heute nach Hause zurückkehren ...«
Dann schwermütig: »Das ist viel weiter ... Das ist viel schwieriger ...«
Ich fühlte wohl, dass etwas Außergewöhnliches vorging. Ich schloss ihn fest in die Arme wie ein kleines Kind, und doch schien es mir, als stürzte er senkrecht in einen Abgrund, ohne dass ich imstande war, ihn zurückzuhalten ...
Sein Blick war ernst; er verlor sich in weiter Ferne. Und er lächelte schwermütig.
Ich wartete lange. Ich fühlte, dass er sich mehr und mehr erwärmte:
»Kleines Kerlchen, du hast Angst gehabt ...«
Er hatte Angst gehabt, ganz gewiss! Aber er lachte sanft:
»Ich werde heute Abend noch viel mehr Angst haben ...«
Wieder lief es mir eisig über den Rücken bei dem Gefühl des Unabwendbaren. Dieses Lachen nie mehr zu hören — ich begriff, dass ich den Gedanken nicht ertrug.
»Kleines Kerlchen, ich will dich noch lachen hören ...«
Aber er sagte zu mir:
»Was wichtig ist, sieht man nicht ... Das ist wie mit der Blume. Wenn du eine Blume liebst, die auf einem Stern wohnt, so ist es süß, bei Nacht den Himmel zu betrachten. Alle Sterne sind voll Blumen.«
»Gewiss ...«
»Du wirst in der Nacht die Sterne anschauen. Mein Zuhause ist zu klein, um dir zeigen zu können, wo es umgeht. Es ist besser so. Mein Stern wird für dich einer der Sterne sein. Dann wirst du alle Sterne gern anschauen ... Alle werden sie deine Freunde sein. Und dann werde ich dir ein Geschenk machen ...«
Er lachte noch.
»Ach! kleines Kerlchen, kleines Kerlchen! Ich höre dieses Lachen so gern!«
»Gerade das wird mein Geschenk sein ...«
»Was willst du sagen?«
»Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen. Für die einen, die reisen, sind die Sterne Führer. Für andere sind sie nichts als kleine Lichter. Für wieder andere, die Gelehrten, sind sie Probleme. Aber alle diese Sterne schweigen. Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat ...«
»Was willst du sagen?«
»Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!«
Und er lachte wieder.
»Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so, zum Vergnügen ... Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst. Dann wirst du ihnen sagen: 'Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen!' Und sie werden dich für verrückt halten. Ich werde dir einen hübschen Streich gespielt haben ...«
Und er lachte wieder.

...
(leicht verändert aus Antoine de Saint-Exupéry :: Der Kleine Prinz)


mein papa. mein lieber, lieber papa. ich bin so traurig.

ich danke euch fürs gedankenschicken. 
er hat sich immer gefreut über eure anerkennenden worte zu seinen arbeiten.

»ich hätte noch so viel gehabt, das ich aus dem handgelenk schütteln hätte wollen.«
— einer seiner letzten sätze zu mir.
papa, ich versuche weiterzutragen, weiterzuschütteln, was ich kann.
sobald sie weniger zittrig sind, die hände; das herz.

14.2.15

krapfen und blüten























helfen leider überhaupt nicht weiter.
und dennoch. wie des fräuleins finger es buchstabiert haben.
dazu ganz laut ein lied in die ohrmuscheln legen.
irgendwas hoffen.

12.2.15

foxquote



die langzeitbegleiter_innen unter euch erinnern sich vielleicht noch an die hansweisheit. seit geraumer zeit und mehr und mehr sprießen auch aus füchsleins mund die herzerquickend-wundersamsten gedankeneinblicksblüten. festgehalten, auf dass der wind der welt mehr zupuste – von der schönen guten laune und von der dankbarkeit.

10.2.15

diy :: ziemlichtäschchen


ideenreichtum in sachen upcycling ist nicht gerade mein steckenpferd. in der regel beschränke ich mich aufs vernähen von größermenschlichen kleidungsstücken auf kleinermenschliche; von wenigen ausnahmen wie etwa dem mittlerweile längst schon in den blumenkasten übersiedelten magnetwandkorktöpfchensukkulentengärtchen einmal abgesehen, aber da war die kopfgeburtlichkeit ja auch keine ulmaspezifische. ebenso verhält es sich auch mit den endlich wieder einmal aus meiner altstoffe-hin-und-hercycling-reihe tanzenden plastiksackerl-upcycling-tascherln. so ähnlich bereits beim überhaupt ziemlich nette sachen produzierenden grazer jugendlichenarbeitsprojekt heidenspass gesehen und jetzt in aller epigonalität nachgewerkelt. 

und zwar so ::

°1° :: ein plastiksackerl längs mittels cutter und lineal in drei zentimeter breite streifen schneiden (vorher die seitlichen schweißnähte enfernen).

°2° :: auf einem tisch die hälfte der streifen kante an kante nebeneinander auflegen und die die oberen und unteren enden jeweils mit klebestreifen am tisch befestigen.

°3° :: die zweite hälfte der streifen in die in die so entstandenen "kettfäden" einweben (leinwandbindung), ganz dicht, sodass keine lücken bleiben.

°4° :: aus zeitungs- und zeitschriftenausschnitten und diversen anderen (gold- und silber-)papierresten eine collage gestalten und provisorisch mit schmalen klebestreifen auf dem gewebe befestigen.

°5° :: das gewebe komplett mit breitem klebeband (für ein toilettetäschchen wasserfestes verwenden) beziehen – zuerst die eine seite, dann die fläche vom tisch ablösen, dann die andere seite.

°6° :: alle seitlich überstehenden klebebandreste entfernen, die fläche nach belieben zuschneiden (z.b. ecken der klappe abrunden), nach belieben mittels zierstichen, webband etc. gestalten und mittels breitem zickzackstich links auf links zu einem täschchen zusammennähen. dabei zunächst die später unterhalb der lasche liegende kante (s. skizze unterhalb, links) mittels zickzackstich oder schrägband einfassen, dann diesen teil nach oben klappen und in einem schwung rundherumnähen (s. skizze unterhalb, rechts). notabene :: zwischendurch mit ein wenig öl reinigen wirkt der nadelverklebung entgegen.

°7° :: wer das täschchen mit einem boden versehen möchte, legt an den unteren ecken – zuerst die eine seite, dann die andere – die bodenfaltlinie und die seitennaht genau aufeinander, schneidet das kleine dreieck ab und steppt die schnittkanten (wieder mittels zickzackstich) aufeinander. 

°8° :: zum verschließen der lasche einen selbstklebenden klettverschluss anbringen und freuen.


ziemlich variabel, ziemlich praktisch, in größeren mengen ziemlich unnötig, aber in jedem fall ziemlich nach meinem geschmack. wahre ziemlichtäschchen.

die gehen ziemlich upcycling-stolz zu nina und institutionalisierterweise zum creadienstag.

6.2.15

wintersalat



meistens habe ich im winter lust auf warmes. aber beizeiten hüpft selbst in der kalten jahreszeit die salatfrische an die spitze der gustoliste. und dann ist eine rote-bete-apfel-version mit walnüssen und schafkäse einer meiner absoluten geschmacksfavoriten. der hat bei aller kühle etwas erdig-wärmendes.

in beliebiger menge rote bete und apfel zusammengeschnippelt, ziegenkäse darübergebröselt und ein paar walnussstückchen, salz, pfeffer und kreuzkümmel darübergestäubt und mit je ein paar tröfpchen zitronensaft, balsamico und gutem walnuss- oder sonstigen öl beträufelt.

klingt schnell, geht schnell. und schmeckt gut. was wenig raum für muße lassende tage (verzeiht bitte, dass ich mit dem kommentieren gerade nicht so gut hinterherkomme) eben so brauchen, um trotzdem zu glänzen. und ich schwärme ja so für die leichtigkeit ... fluppt gut ins wochenende!

3.2.15

das füchslein trägt ...



... eine handvoll den abschließenden davonhuschtriumph begleitende mienenspielfacetten zur schau, und zum die rechte füllenden hoch wertgeschätzten fuchstierchen (das füchsleintragende füchslein hiermit wunschgemäß nachgereicht) und linksseitigem müsliweckerlpendant (rezept folgt) die jüngsten, aller überflüssigkeit zum trotz* durch die nun auch hier doch endlich noch schneebeflockte welt veranlassten strickereien in hauben- und pulli-form, beide genadelt in der mulitplikation von 3,14159 mal daumen, im falle der ersten juchitzen machend gelingend für einen premierenversuch mit verkürzten reihen im quergestrick, was indes das rumpfgemasch betrifft, trotz viermaligen anlaufs mit deutlicher tendenz zum ärmelformellen scheitern und der erkenntnisgleichen rückbesinnung auf die sehr feine version von da|mals.

*) denn die ganze wahrheit ist :: der blick in den kindlichen kleiderschrank offenbart beim besten willen keinerlei gewandaufstockungsbedarf im eigentlichen sinne, aber die immer tun wollenden hände und der mangel an geduld für erwachsenenkörperwärmendes sind schlichtweg ein sich über alle notwendigkeiten hinwegsetzendes gespann ...

im wortreuterbrettschwung schnellen über die satzschachteleien hinweg zu my kid wears, made4 BOYS, zum crea- und mit dem minimalrequisit der stoffüchsleinhose aus alten ulma-jeans endlich endlich auch wieder einmal zum upcycling-dienstag.